Zahnmedizin: Vorsicht vor „alternativen“ Methoden

Die Zeiten, in denen Zahnmedizin einfach Zahnmedizin war, sind lange vorbei. Mittlerweile bieten selbst etablierte Zahnärzte alternative Heilmethoden an, die mancherorts schlichtweg als „Esoterik“ angesehen werden.

Das mag auf den ersten Blick harmlos erscheinen, stellt jedoch laut Süddeutscher Zeitung ein echtes Problem dar.  Die Rede ist unter anderem vom Pendeln, Erspüren von Energieströmen oder auch von Beziehungen zwischen Zähnen und inneren Organen.

Wohlgemerkt: es ist durchaus möglich, dass auch alternative Heilmethoden positive Wirkungen zeitigen. Problematisch ist das aber immer dann, wenn keine seriöse Behandlung erfolgt und die Zähne dadurch schlichtweg zerstört werden.

Ein Beispiel, zu dem auch eine Reihe Bücher geschrieben wurden, sind die „Zahn-Organ-Beziehungen“. Ein wissenschaftlicher Beweis wurde bislang nicht erbracht und so kritisieren viele seriöse Zahnärzte das Herstellen von Verbindungen zwischen Schneidezahn und Niere oder Eckzahn und Mutterschaft als „Jahrmarktsmedizin“ oder Schlimmeres.

Anderenorts wird den esoterisch agierenden Zahnmedizinern schlichtweg vorgeworfen, dass sie mit frei erfundenen Ideen Geld verdienen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer oder auch deren rheinland-pfälzische Pendant ziehen sogar mit und bieten unter anderem Lehrgänge in „Therapeutic Touch“ an, bei denen „Energiefelder „erspürt werden.

Unter Zahnärzten wird mancherorts sogar offen darüber gesprochen, dass es sich medizinisch und ethisch um keine zielführenden Ansätze handelt, jedoch eine „ökonomisch vielversprechende Möglichkeit, den Selbstzahlerbereich auszuweiten“ bestünde.

Das Problem besteht darin, dass auch seriöse Zahnärzte durch die neuen Methoden diskreditiert werden, weshalb das Thema nun auch bei den Ärztekammern und den Krankenkassen diskutiert wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.