Aufgepasst: Pauschalpreise beim Zahnarzt sind unzulässig

Zahnarztleistungen zum Pauschalpreis klingen auf den ersten Blick wie eine Verbesserung. Sie sind jedoch aus gutem Grund unzulässig und verstoßen gegen die geltende Gebührenordnung. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt unter dem AZ: 6 U 136/15.

Die Saarbrücker Zeitung informiert über die Hintergründe. Demnach muss ein Zahnarzt stets berücksichtigen, wie aufwändig die tatsächliche Behandlung war und dies auch in seiner Abrechnung widerspiegeln.

Im konkreten Fall ging es offensichtlich um eine professionelle Zahnreinigung und auch in der Prophylaxe und bei Zahnimplantaten wurden in der Vergangenheit immer wieder entsprechende Angebote unterbreitet.

Die Unzulässigkeit liegt auch darin, dass Patienten, die leichter und schnell zu behandeln sind, durch den Pauschalpreis die Kosten für „schwerere“ Patienten mittragen. Umgekehrt ist möglich, dass die Arbeit in diesem Modell nicht mehr so gründlich durchgeführt wird, weil schlichtweg das durch die Pauschale gesetzte Budget aufgebraucht ist.

Überhaupt gibt es gute Gründe dafür, dass auch Leistungen wie das Bleaching etc. stets nach der Gebührenordnung abgerechnet werden müssen. Das Gericht geht in seinem Urteil aus dem Jahr 2016 sogar noch einen Schritt weiter und nennt auch ein stetiges Unterschreiten des 2,3-fachen Wertes für die Leistung nach Geb.-Nr. 1040 GOZ (professionelle Zahnreinigung) als wettbewerbswidrig.

Ein Zahnarzt kann – je nach Umfang der Tätigkeit – für die Zahnreinigung 1,0-fach für 1,57 Euro pro Zahn bis 3,5-fach für 5,51 Euro pro Zahn abrechnen. Der Mittelwert liegt bei 2,3-fach und ein Überschreiten muss dem Patienten  mitgeteilt werden.

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